aac austrian association of cinematographers

Verband Oesterreichischer Kameraleute

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Schnellnavigation: Kameramann ,  Kamerafrau ,  Kamera-Operator , Steadicam-Operator , Kameraassistent  , Kameraassistentin , Colorist Coloristin, DIT
 
Kameramann / Kamerafrau
 
Bildgestaltung als schöpferischer Beruf – Die Autoren der Bilder
 
1. Vorwort
In Zeiten weltweiter Ausdehnung der audiovisuellen Medien und in dem Versuch aller Beteiligten, an der zunehmenden Nutzung ihrer Werke zu partizipieren, wurde dieses Berufsbild erstellt, das in besonderem Maße die Anteile der Kameraleute an der Gestaltung von Filmwerken belegen soll.
 
2. Begriffsbestimmung
Der Begriff Kameramann/frau umfaßt unterschiedliche Berufe, deren Tätigkeitsbereiche sich wie folgt abgrenzen lassen:
a) Aktuelle Berichterstattung, Sportübertragungen oder Reportagen,

b) Künstlerische Bildgestaltung im Bereich inszenierter Film-, Fernseh- und Videoproduktionen, d.h. generell bei Kino - Spielfilmen, Fernsehspielen und -serien, bei gestalteten Dokumentar- und Industriefilmen, sowie Werbung.
Doch auch mit dieser Einschränkung umfaßt der deutsche Begriff Kameramann/frau noch immer höchst unterschiedliche Tätigkeiten und Verantwortungsbereiche:

Ist ein "Kameramann/frau" generell der Mann oder die Frau an der Kamera? Steht er/sie an einer von vielen Kameras einer "Action–Szene" oder einer Fernsehaufzeichnung, ist er/sie nur der Schwenker/in, der/die eine Kamera auf Anweisung bewegt oder ist es der "Chefkameramann/frau", der/die für die Bildgestaltung eines Filmwerkes alleinverantwortlich ist, der/die entsprechend im Titel genannt wird und unter dessen Anweisung vielfach noch weitere Kameraleute und -teams arbeiten?
Die deutsche Berufsbezeichnung liefert leider keinen Hinweis. Im internationalen Bereich hingegen wird diese Verantwortlichkeit schon sprachlich klargestellt.
 
Leitende und für die Bildgestaltung verantwortliche Kameraleute werden dort als
- Director of Photography (DoP in England, DP in den USA),
- Directeur de la Photographie (Frankreich),
- Direttore della Fotografia bzw. Autore della Fotografia (Italien)
bezeichnet, was etwa als "Bildautor/in" oder "Bildgestalter/in" zu übersetzen ist.

So wird im Sprachgebrauch der wichtigsten Filmnationen der Welt den Kameraleuten entsprechend ihrer tatsächlichen Bedeutung die Stellung quasi eines "Co-Regisseurs" verliehen.
Getrennt hiervon werden weitere Kameraleute und sonstige Mitarbeiter des Kamerateams, die weisungsgebunden unter der Leitung des Chefkameramannes, der Chefkamerafrau arbeiten, deren Aufgabenschwerpunkt stärker im technisch - manuellen, untergeordneten Bereich liegt, als cameraman, operating cameraman, operateur, cadreur. operatore und assistant cameraman bezeichnet. Im Deutschen entsprechend Assistenten und Schwenker, letztere aber oft und mißverständlich ebenfalls Kameramann/frau genannt (bezeichnenderweise wird auch häufig in Kritiken oder bei Auszeichnungen die "Kameraführung" gelobt, obwohl dabei die Bildgestaltung und nicht etwa Schwenker gemeint waren). Entsprechend gibt es auch keine sprachliche Unterscheidung zwischen dem (Chef)Kameramann/frau und dem Kameramann/frau eines gelegentlichen Zusatzteams. Die deutsche Sprache tut sich offensichtlich schwer mit diesem Beruf.

Im Rahmen eines Kamerateams bestimmt und überwacht der Chefkameramann/frau die technischen und gestalterischen Parameter der Aufnahmen, insbesondere Beleuchtung, Bildkomposition und Kameraführung (letztere wird teils von ihm/ihr selbst, teils von einem oder mehreren Camera-operators oder Schwenkern bzw. Zusatzteams ausgeführt).
Nur von dem (Chef-) Kameramann/frau in diesem Sinne wird also im folgenden die Rede sein.
 
3. Grundsätzliches zum Berufsbild
3.1. Aufgabenbereich:
Der Aufgabenbereich der Kameraleute umfaßt die künstlerische und technische Mitarbeit bei der Filmherstellung. (Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob diese "Filme" auf Film, Magnetband, Bildplatten oder andere Speichermedien aufgezeichnet werden. in der Folge wird deshalb generell von "Film" gesprochen. Aufgabe der Kameraleute ist die eigenschöpferische und eigenverantwortliche Bildgestaltung der Filmwerke in Zusammenarbeit mit der Regie.

3.2. Kreativität contra Technik:
Die Bildgestaltung eines Filmes ist unverwechselbares Ergebnis schöpferischer Phantasie, der Kameramann/frau übt dabei bestimmenden gestalterischen Einfluß aus. Trotzdem wird dieser Beruf vielfach und fälschlich als überwiegend technisch angesehen. In den Kirdertagen des Filmes war das sicher richtig, der "Mann mit der Kamera` = Kameramann war meist ein Einmannbetrieb. Die Technik unerprobt und widerspenstig, sie entstammte oft der eigenen Werkstatt. Heute ist die Technik nur noch die Basis, sie wurde verläßlich und zu ihrer Bedienung und Überwachung stehen Kamera- und Lichtassistenten (Kamera- und Lichttechniker) in jedem Team zur Verfügung.
Sicher sind die technischen Grundlagen der Kameraarbeit umfangreicher als die z.B. der Regie, aber der Kameramann/frau steht dadurch keineswegs "zwischen Kunst und Technik", sondern besitzt gerade mit der heutigen technischen Vielfalt fast unbegrenzte Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks.

3.3. Der Kameramann/frau im kreativen Team:
Generalisierende Feststellungen über den gestalterischen Anteil der Kameraleute im kreativen Team (Regie, Kamera, Ausstattung, Schnitt) müssen von spezifischen, berufstypischen Tätigkeitsmerkmalen ausgehen. So gibt es wesentliche Bereiche, in denen Einfluß, Verantwortung und Bestimmung durch den Kameramann/frau in aller Regel gegeben sind. Da aber die Einflußbereiche in einer künstlerischen Teamarbeit nie exakt abgrenzbar sind, sind auch Überschneidungen in Randbereichen die Regel. Bei der Bildgestaltung ergibt sich diese Überschneidung sowohl im Bereich der Ausstattung als auch in besonderem Maße mit der Regie.

Die grundsätzliche Verantwortung des Regisseurs liegt in der szenischen Gestaltung (Inszenierung), die der Kameraleute in der visuellen Gestaltung eines Filmwerkes. Der Übergang jedoch ist fließend, der Kameramann/frau beeinflußt die Inszenierung wie der Regisseur die Visualisierung. Der Grad dieser gegenseitigen Beeinflussung ist persönlichkeitsbedingt, er ist gezeichnet von Erfahrung, Vertrauen, Arbeitsmethodik und auch dem "Ego" der Partner. Jedoch ist beider Arbeit nicht frei bestimmt, sie unterliegt einer "Weisung": der Verantwortung dem Stoff bzw. Drehbuch gegenüber. Nur bei Beachtung dieser Fremdbestimmung kann ein einheitliches Gesamtwerk, vielleicht auch eine kongeniale Schöpfung entstehen. Natürlich bedarf das Drehbuch einer Interpretation durch die Regie und diese muß für die übrigen kreativen Mitarbeiter verbindlich sein, um zu einer einheitlichen Sicht aller Beteiligten zu gelangen. Im Rahmen dieser stoffbedingten Vorgaben wird der Kameramann/frau dann eigenverantwortlich tätig.

3.4. Fachautorität und Kompetenz:
Der Kameramann/frau ist die letzte kreative und technische Autorität vor der Aufnahme, seine Entscheidungen, noch basierend auf visionärer Intuition und konzeptioneller Vorarbeit, gewinnen erst mit der Aufnahme Gestalt. Gleichzeitig aber obliegt ihm/ihr bereits während der Aufnahme die erste kritische Kontrolle des fertigen Produktes, in dem die kreativen wie handwerklichen Bemühungen des gesamten Teams von oft über 100 Personen, wie durch ein Nadelöhr, unter seiner/ihrer Verantwortung zusammengelaufen sind. In seiner/ihrer Verantwortung liegen aber auch die Emotionen der Zuschauer, deren Einfühlung, Aufmerksamkeit, Identifikation, Angst und Suspense. Erfolg oder Mißerfolg eines Filmes werden so durch die Entscheidungen der Kameraleute maßgeblich beeinflußt.

3.5. Titelnennung:
Entsprechend seiner Bedeutung wird der Kameramann/frau auch regelmäßig in den "Credits", den Titeln, im Vor- oder Nachspann genannt. Die Namensnennung erfolgt im kreativen Block (Regie, Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Schnitt, Musik etc.), in der Rangfolge in der Regel direkt nach der Regie. Neben der mißverständlichen Bezeichnung "Kamera" wird hier überwiegend der Begriff Bildgestaltung verwendet. im Angelsächsischen regelmäßig Director of Photography.

4. Tätigkeits- und Verantwortungsbereich
Dieser Bereich umfaßt alle Stadien der Filmherstellung. aufgegliedert nach den Produktionsphasen Vorbereitung, Drehzeit und Endfertigung. Von frühen Vorgesprächen bis zur Abnahme der ersten fertigen Filmkopien ist der Kameramann/frau einer/eine der am längsten beschäftigten Mitarbeiter.

4.1. Vorbereitung:
Diese Phase beginnt in der Regel mehrere Wochen vor Beginn der Drehzeit, hier werden die künstlerischen Grundlagen für die Gestaltung des Filmes erarbeitet und die erforderlichen finanziellen, technischen und personellen Entscheidungen getroffen.

4.1.1. Einarbeitung in das Drehbuch,
erste Bekanntschaft mit dem Stoff, Lesen der Grundlagenliteratur oder eines zugrundeliegenden Romans, Aufzeichnen der Struktur, Anfertigung von Auszügen, Überlegungen bezüglich besonderer Probleme und spezieller Techniken

4.1.2. Vorgespräche mit der Regie,
über Drehbuch und evtl. Änderungen, dramaturgische und stilistische Konzeption, Budget, Besetzung etc.

4.1.3. Vorgespräche mit der Produktion, über Budget. Drehplan, Technik und Personal.

4.1.4. Vorgespräche mit der Ausstattung, über Drehorte, Originalmotive und Bauten sowie deren künstlerische und technische Einrichtung, Qualität und Anordnung natürlicher und künstlicher Lichtquellen sowie die generelle Farbgestaltung.

4.1.5. Vorgespräche mit Kostüm- und Maskenbildner, zur Abstimmung von Kostümfarben sowie der Schminktechnik.

4.1.6. Motivsuche und -bestimmung:
Durch Regie, Kamera, Ausstattung und Produktion erfolgt die Auswahl und Festlegung der Schauplätze. Hier werden am Motiv bereits erste konkrete Gespräche über die Auflösung, bevorzugte Blickrichtungen, einzelne Einstellungen sowie evtl. Änderungen am Motiv geführt. Vom Kameramann werden hier bereits erste Ansätze der Lichtkonzeption entwickelt. Hier legt er/sie aufgrund des Sonnenstandes bereits die Tageszeit für den Dreh der einzelnen Szenen fest.

4.1.7. Bestimmung der technischen Ausrüstung und des Labors:
Hier erfolgt die Entscheidung über Kameras, Filmmaterial, Dollies, Kran. Beleuchtung und Labor.

4.1.8. Bestimmung des technischen Personals:
Kamerateam, Zusatzteams. Bühnentechniker, Beleuchter, Festlegung der jeweiligen Kompetenzen.

4.1.9. Probeaufnahmen von Darstellern, Kostümen, Schminktechnik, Dekorationen, Bauten und Motiven

4.1.10. Testaufnahmen zur Überwachung von Kameras, Objektiven, Filmmaterial und Laborarbeiten

4.2. Drehzeit:
In dieser Zeit, je nach Art der Produktion von höchst unterschiedlicher Dauer, erfolgt die Herstellung des Films in seinen wichtigsten Details, Einstellung für Einstellung.

4.2.1. Szenenauflösung:
Dies ist eine der wesentlichen Phasen der Filmgestaltung dramaturgische und optische Erfassung von Handlungsabläufen und deren visuelle Prägung. Eine Szene wird in einen Ablauf einzelner Einstellungen und Kamerabewegungen aufgeteilt. Bereits hier entscheiden Regie und Kamera gemeinsam über die Szenenstruktur. Aus welchem Blickwinkel sollen die Zuschauer die Szene erleben, aus der Sicht z.B. des Täters oder des Opfers? Soll es eine hektische Abfolge vieler kurzer Einstellungen werden oder eine langsame, gleitende Kamerafahrt durch die Szene, soll sie hautnah mit Großaufnahmen erzählt werden oder distanziert unter Verwendung von Totalen, sollen Schock-Schnitte eingesetzt oder besondere Effekte durch Kamerabewegungen erreicht werden? Bereits hier werden Ablauf, Timing, Rhythmus und "pace" von Szenen und Komplexen festgelegt und damit die spätere Montage bereits in wesentlichen Elementen vorbestimmt (wobei dem Cutter immer noch genügend Freiraum bleibt).

4.2.2. Festlegung der einzelnen Einstellungen durch die Auswahl von:
•  - Kameraposition und -höhe (Unter- oder Obersicht, Größe oder Kleinheit, Macht oder Ohnmacht)
•  - Kamerabewegung (Dolly, Kran, Handkamera etc. für Identifikation. Timing, Suspense),
•  - Objektivwahl (z. B. Tele oder Weitwinkel, zusammenführen oder distanzieren, Zoom),
•  - Schärfe und Unschärfe, Tiefenschärfe (ausweiten oder einengen, herausheben, betonen),
•  - Bildausschnitt und -komposition, kann die visuelle und emotionale Rezeption des Zuschauers beeinflußt werden im Hinblick auf:
•  - dramaturgische und emotionale Wirkungen und Effekte,
•  - dramatische Unterstützung der Darsteller, Aussehen und Wirkung der "Stars",
•  - räumliche und dramatische Beziehungen zwischen handelnden Personen,
•  - visuelle Charakterisierung von Räumen und Motiven,
•  - Perspektive und dreidimensionale Wirkung (Illusion der fehlenden 3. Dimension).
Um diese Wirkungen zu erreichen. muß gelegentlich auch das Set den fotografischen Forderungen angepaßt werden. Dies kann von einer Umarrangierung von Einrichtungsgegenständen und Lichtquellen bis hin zur Entfernung oder Umsetzung von Wänden gehen.

4.2.3. Lichtgestaltung:
Das Licht stellt eines der wesentlichen fotografischen Gestaltungsmittel dar, nicht umsonst wurde das Kino früher Lichtspieltheater genannt. Durch den kreativen Einsatz von Licht und Schatten, Front-. Seiten- oder Gegenlicht, punktueller oder flächiger Beleuchtung, Härte oder Weichheit des Lichtes, Kontrast und Helligkeitsverteilung (z. B. high-key, low-key) sowie der Farbe ergeben sich auch hier vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf:
•  - dramaturgisch erforderliche ästhetische und emotionale Atmosphäre, dramatische Unterstützung der Darsteller. Aussehen und Wirkung der "Stars",
•  - visuelle Gestaltung von Motiven und Bauten durch Atmosphäre, Raum- und Tiefenwirkung,
•  - Konzentration auf Handlungsfläche, Betonung oder Unterdrückung szenischer Elemente,
•  - Betonung von Jahres- und Tageszeiten,
•  - spezielle Lichteffekte, auch außerhalb der Normbereiche.

Die Lichtgestaltung liegt grundsätzlich in alleiniger Verantwortung der Kameraleute, sie wird vielfach, z.B. in England (tighting cameraman) als die wichtigste Aufgabe der Kamera betrachtet. Der sog. Oberbeleuchter/in (engl. chief electrician) organisiert und überwacht den Beleuchtungsaufbau. Die gestalterische Entscheidung liegt ausschließlich beim Kameramann/frau.

4.2.4. Farbgestaltung und Filterung,
zur Steigerung dramaturgischer und emotionaler Wirkungen. Die Effekte können sowohl mit farbigem Licht wie auch mit integraler oder partieller Filterung in der Kamera erreicht werden.

4.2.5. Fotografische Spezialeffekte und Trick:
Hier gibt es vielfältige Möglichkeiten, die sowohl bei der Aufnahme als auch in der Nachbearbeitung erreicht werden können. Früher wurden Tricks bevorzugt in der Kamera ausgeführt, heute aufgrund besserer Technik und Zeiteinsparung vermehrt in der Postproduction.

4.2.6. Beurteilung und Auswahl des gedrehten Materials.
Eine Vor- Auswahl des gedrehten Materials erfolgt, in der Regel täglich, gemeinsam durch Regie, Kamera und Schnitt. Teilweise werden bereits bestimmte "Takes" ausgewählt, teilweise werden auch nur bestimmte Präferenzen von den Beteiligten angegeben und für den Schnitt notiert.

4.2.7. Überwachung von Technik und Labor:
Eine laufende Überwachung der technischen Geräte inkl. Testaufnahmen erfolgt generell durch Kameraassistenten, die Überwachung der Kopierwerksarbeiten durch den Kameramann/frau

4.2.8. Führung und Weiterbildung der Mitarbeiter:
Da die untergeordneten Mitarbeiter im Kamerateam sich in der Regel auf einer bestimmten Stufe ihrer Ausbildung befinden, die sie zu ihrer derzeitigen Position im Team befähigt, kommt dem Kameramann/frau hier auch die Funktion eines "Lehrmeisters" zu. Er hat die Aufgabe, seine Mitarbeiter im Verlaufe ihrer Arbeit auch für eine höheren Position zu qualifizieren.

4.2.9. Budgetkontrolle:
Im Ablauf einer Produktion trägt der Kameramann/frau auch eine Mitverantwortung dafür, daß die Kosten seines Bereiches den Rahmen des Budgets nicht unerwartet überschreiten.

4.3. Postproduction/Endfertigung:
Nach Beendigung der Dreharbeiten ist die letzte Produktionsphase für den Abschluß von Schnitt, Trick- und eventuell elektronischer Bildbearbeitung vorgesehen. Bis zur Abnahme der endgültigen Filmkopien oder der Videoüberspielung hat der Kameramann noch folgende Aufgaben:

4.3.1. Überwachung und Beratung:
Überwachung von nachträglichen Zusatz, Modell- und Trickaufnahmen, die häufig von einem gesonderten Team durchgeführt werden. Ein neues Aufgabengebiet entwickelt sich durch den zunehmenden Einsatz nachträglicher digitaler Bildbearbeitung. Da dies einen Teil des fotografisch - kreativen Prozesses darstellt, muß auch hier der bildgestaltend - verantwortliche Kameramann/frau beteiligt sein und ein Mitspracherecht besitzen. Bei der Vorführung verschiedener Schnitt - Versionen erfolgt häufig eine Beratung von Regie und Schnitt durch den Kameramann/frau, gelegentlich wird er auch während des Schnittes für spezielle Fragen zugezogen.

4.3.2. Licht- und Farbbestimmung:
Vor der Herstellung der endgültigen Filmkopien erfolgt die Licht- und Farbbestimmung im Labor bzw. Colour - Matching. Hier erfolgt die Helligkeits- und Farbabstimmung der Einzeleinstellungen in der Abfolge des Schnittes, hier können noch letzte kreative Korrekturen eingebracht werden. Dies ist die letzte Phase und der Abschluß des fotografisch - gestalterischen Prozesses.

4.3.3. Endabnahme:
Fotografisch -technische Abnahme der endgültigen Filmkopien bzw. der Videoüberspielung.
 
5. Ausbildung
Der heutige Zugang zur "Berufsausbildung – Kamera" erfolgt
•  - über ein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst – Institut Film und Fernsehen (Abschluß der Studienrichtung Kamera als Master) oder
•  - an der Höheren Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt (BHS Abschluß mit Matura) bzw. Diplomprüfung.
Kameramann/frau ist in Österreich kein allgemein anerkannter Ausbildungsberuf. Bisher erfolgte die Ausbildung zumeist in der Praxis, wobei sich folgende Phasen besonders bewährt haben:
•  - Lehre als Fotograf/in / Lichtbildner/in (sinnvoll als Vorstufe),
•  - Lehre bzw. Praktikum in einem Film - Kopierwerk mit umfassender Kenntnis aller Arbeitsabläufe,
•  - Praktikum in einem Film - Geräteverleih mit Kenntnis aller Kamerasysteme,
sowie grundsätzlich:
•  - mehrjährige Tätigkeit in verschiedenen Kamerateams, zuerst als Materialassistent/in, später als 2.- und 1. Kameraassistent/in, zuletzt als Operator (Schwenker/in).
In der Bundesrepublik Deutschland gibt es auch verschiedene Ausbildungsstätte /Filmhochschulen mit dem Studiengang Kamera.
Zum Teil sind diese um eine umfassende Ausbildung bemüht, zum Teil allerdings lediglich für den Bedarf einiger Fernsehanstalten im aktuellen Bereich bestimmt. Ob jedoch eine solche Ausbildung den universellen praktischen Berufsanforderungen gerecht wird, kann erst die Zukunft weisen. An einigen Filmhochschulen ist auch eine Anfangsausbildung zum Kameramann/frau im Rahmen anderer Studiengänge möglich. Grundsätzlich ist jedoch ergänzend zu jedem Studium eine umfassende praktische Ausbildung und Erfahrung im kommerziellen Produktionsalltag unverzichtbar.
Generelle Voraussetzungen sind gutes Sehvermögen, physische und psychische Belastbarkeit, gute Allgemeinbildung, technisches Verständnis, ausgeprägtes Stilgefühl, Durchsetzungsvermögen, Organisationstalent und Führungsqualitäten. Sinnvoll wäre auch ein Studium der Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte, Architektur oder die Ausübung einer künstlerischen Tätigkeit.

6. Berufsausübung
6.1. Projektbezogene Anstellung,
auf der Basis von befristeten Dienstverhältnissen. Die Arbeitsbedingungen sind weitgehend tariflich geregelt. Trotz Dienstnehmereigenschaft ist das wirtschaftliche Risiko überproportional groß. Da eine kontinuierliche Berufsausübung nur durch Teilnahme an vielen verschiedenen Projekten erzielt werden kann. Dies ist ausschließlich durch ständigen werblichen Einsatz zu erreichen, wobei die in diesem Berufsbild angeführten Qualifikationen durch neue Anforderungen immer wieder unter Beweis gestellt werden müssen.

6.2. Freiberufliche Tätigkeit,
spezifische, üblicherweise kleinere Einzelprojekte, bei denen Kameraleute in Eigenverantwortung (Gestaltung und Disposition) tätig werden.

6.3. Festanstellung,
bei Rundfunk-,Fernsehanstalten oder bei privaten Produktionsgesellschaften. Das wirtschaftliche Risiko wie auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind begrenzt. Die Arbeitsbedingungen sind weitgehend tariflich geregelt.trennlinie_schmal2.jpg

7. Nachwort
Für Kameraleute gibt es, wie bei fast allen künstlerischen Berufen kein behördlich festgelegtes Berufsbild. Der AAC (Verband österreichischer Kameraleute) hat deshalb auf der Grundlage der derzeitigen Produktionsabläufe, in Abstimmung mit der Vorlage unserer deutschen Kollegen vom BVK (Berufsverband der Kameraleute e.V.), dieses Berufsbild niedergeschrieben.


Kamera-Operator
Zum Aufgabenbereich des Schwenkers gehört:

1.     die umfassende Kenntnis der technischen Ausrüstung: Neuerungen, Einsatzmöglichkeiten, Wirkungsweisen und die Vorstellung über das Verhältnis von Kostenaufwand und gewünschter Wirkung.
2.     die handwerkliche Beherrschung der Kameraführung.

3.     die Umsetzung der Szenenauflösung in Kameraeinstellungen und deren technische Realisierung.
3.1.     Kenntnis bild- und filmästhetischer Mittel.
3.1.1.     Wissen um Filmschnitt.
3.1.2.     Beherrschung von Kamera- und Spielachsen.
3.1.3.     Grundverständnis von Dramaturgie und Schauspielführung.
3.2.      das Einrichten des Bildes.
3.2.1.     der bewußte Umgang mit den unterschiedlichen Bildaufnahmegrößen (Formaten), vor allem im Zusammenhang mit der Auswahl der verschiedenen Einstellungsgrößen, besonders im Hinblick auf die spätere Auswertung (Kino, TV) und den Einsatz unterschiedlicher Brennweiten.
3.2.2.     Die Überwachung des Drehbühnenaufbaus, u. U. vorherige Mitplanung aufwendiger Einstellungen durch Bereitstellung von spezieller Ausrüstung.
3.2.3.     Die Beobachtung des Lichtaufbaus zur Vermeidung von Einstrahlungen (Lampen), Kameraschatten, Kabel, und dergleichen.
3.2.4.     Mitarbeit bei der Koordinierung von Kamera- und Schauspielerbewegungen.
3.2.5.     Übersicht über die Schnittfolge, speziell bei achronologischem Drehen.
3.2.6.     Koordinierung der Kameraeinstellung mit den anderen an der Einstellung beteiligten Abteilungen (Ausstattung, Maske, Kostüm, Ton etc.).
3.2.7.     Letzte Überprüfung der Kameraeinstellung vor dem Schlagen der Klappe.
3.3.      Bewertung der Einstellung nach dem Drehen.
Die SchwenkerInnen haben als einzige die fertige Kameraeinstellung vor den Mustern gesehen!


Steadicam-Operator
Die Tätigkeit des Steadicam-Operators stellt einen eigenen Berufszweig innerhalb der Sparte Kamera dar. Wie schon seit langem in den USA setzt sich auch bei uns immer mehr die Erkenntnis durch, daß Steadicam "nebenbei" betrieben nicht zu den gewünschten und den Möglichkeiten des Gerätes adäquaten Ergebnissen führt.
Die Voraussetzungen für die Ausübung dieses Berufes sind mit denen des Operators (Schwenkers/Schwenkerin) weitgehend identisch, d. h. umfassende Kenntnisse im Bereich Bildgestaltung, szenische Auflösung, optische Achsen, Schnittechnik etc. sind unabdingbar. Der Umgang mit Steadicam nach Gebrauchsanweisung ist nicht erlernbar. Der mehrfache Besuch von Steadicam-Workshops sowie regelmäßiges, intensives Training mit dem Gerät sind unbedingt erforderlich.
Der Umstand, daß Steadicam-Einsätze häufig nur tageweise stattfinden und dies in Teams, die schon längere Zeit zusammenarbeiten, setzt eine besondere Flexibilität und Erfahrung des Operators voraus; er muß sich in kürzester Zeit in den Ablauf einfügen und mit Regie und Kamera kreativ zusammenarbeiten können. Der Steadicam-Operator sollte in der Lage sein, auf Wunsch eigene Vorschläge für Kamerabewegungen zu machen, da er als Spezialist die universellen Möglichkeiten, aber auch die Grenzen des Geräts am besten kennt.
Durch die nahezu grenzenlose Beweglichkeit des Systems sind oft unkonventionelle Lösungen in der Lichtgestaltung notwendig; auch hier sollte er dem Kameramann/frau bei Bedarf eine Hilfe sein können, d. h. er muß auf dem Gebiet der Lichtführung solide Kenntnisse besitzen.

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Kameraassistent / Kameraasisstentin

I. Vorbemerkung
Kameraassistenz ist eine eigenständige, qualifizierte Tätigkeit und eine sinnvolle Vorstufe zum DoP. Der Kameraassistent/in ist der verantwortliche Techniker im Kamerateam und einer der wichtigsten Mitarbeiter/in des DoP.

II. Aufgaben des Ersten Kameraassistenten/in
Sein Aufgabenbereich ist die handwerkliche, technische und, in begrenztem Umfang, organisatorische Mitarbeit bei der Herstellung von Film, Fernseh- und Videoproduktionen. Dies erfordert grundlegende theoretische und praktische Kenntnisse in den Bereichen:
•      Fotografie
•      Optik und Filterkunde
•      Filmmaterialkunde
•      elektronische Aufzeichnungs- und Speicherformate /-systeme
•      Kameratechnik: Handhabung; Funktionsweise; Einsatzmöglichkeit und Kompatibilität aller gebräuchlichen Kamerasysteme, ihrer Zusatzteile und –geräte (Film oder elektronisch)
•      Filmlicht: Charakteristik und Einsatzmöglichkeit
•      Kopierwerkstechnik und Filmbearbeitung
•      Grundkenntnisse von Postproduktions- und Farbkorrekturtechniken
•      Filmproduktionsablauf
•      Grundsätzliches Verständnis der Techniken und Möglichkeiten in der klassischen sowie der digitalen Kinematographie und deren Unterschiede
•      Grundkenntnisse im Bereich Tontechnik
•      Time Code (Einstellung an der Kamera, Synchronisation von mehreren Kameras, Playback)

III. Tätigkeitsbereich des Ersten Kameraassistenten/in
Aufgegliedert nach Produktionsphasen Vorbereitung, Drehzeit und Nachbereitung umfaßt er:

1.     Vorbereitung:
1.1.     Lesen des Drehbuchs, speziell im Hinblick auf besondere Aufnahmetechniken und die dazu erforderlichen Spezial- und Zusatzgeräte
1.2.     In Absprache mit dem DoP:
Erstellung der Kamerageräteliste, Anforderung des Aufnahmematerials (bzw. der Medien zur Datensicherung), Kommunikation mit dem Kameraverleih, Anforderung von Zusatzgeräten für zeitlich begrenzten Einsatz
1.3.     Zusammenstellung der Geräte bei einem Verleih: Funktions- und Sichtkontrolle sämtlicher Geräte, Erstellung des Kamera-Setups nach den Angaben des DoP und Ermittlung der Empfindlichkeit der elektronischen Kamera; Objektiv-, Kamera- und Materialtests, Testkontrolle und gegebenenfalls Testwiederholung und Geräteaustausch, Kontrolle der ordnungsgemäßen und vollständigen Auslieferung der Geräte
1.4.     Absprache mit der Produktion über Lagerung bzw. Transport der Geräte und des Aufnahmematerials

2. Drehzeit:
2.1.     Auf-, Um- und Abbau der Kamera in Zusammenarbeit mit der Kamerabühne
2.2.     Objektiv-, Filter- und Kassettenwechsel
2.3.     Kontrolle der Kamera, der Objektive und Filter auf Funktion und Sauberkeit
2.4.     Einstellung aller Kamera- und Objektivparameter
2.5.     Beseitigung störender Lichteinfälle ins Objektiv
2.6.     Verantwortung für Schärfeneinstellung und Schärfenführung; regelmäßige Kontrolle des Auflagemaßes
2.7.     Fussel- und Schrammenkontrolle
2.8.     Einstellen der Sektorenblende; Umschalten der Kamera auf Rückwärtslauf, Zeitlupe, Zeitraffer, Ramps; Sicherstellung einer flickerfreien Aufnahme; Einstellung von Shutter bzw. Framerate und ggf. Format
2.9.     Anschluß, Kontrolle und Einstellung der Videoausspiegelung und anderer Zusatzgeräte
2.10.     Einstellung und Kontrolle des Klasse-1-Monitors sowie von Vectorscope und Waveformmonitor
2.11.     Durchführung kleinerer Reparaturen an Kamera und Zusatzgeräten
2.12.     Kontakt zum Kopierwerk, zum Schneideraum, zur Postproduktion
2.13.     Anwesenheit bei der Mustervorführung
2.14.     Probeentwicklung / Testaufzeichnung und Sichtung falls Versicherungsauflage

3. Nachbearbeitung, in Zusammenarbeit mit dem zweiten Kameraassistenten
3.1.     Säuberung und Kontrolle der Kameraausrüstung.

trennlinie_schmal2.jpg IV. Aufgaben und Tätigkeitsbereich des Zweiten Kameraassistenten
Die wichtigste Aufgabe des Zweiten Kameraassistenten ist die sichere Handhabung und Verwaltung des Aufnahmematerials. Darüber hinaus unterstützt der Zweite den Ersten Kameraassistenten in allen handwerklich-technischen und organisatorischen Belangen.

trennlinie_schmal2.jpg 1.     Vorbereitung:
1.1.     Beschaffung der erforderlichen Verbrauchsmaterialien
1.2.     Annahme des Aufnahmematerials
1.3.     Auftrag an das Kopierwerk für Sensitometrietests
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2.    
Drehzeit:
2.1.     Verwaltung des belichteten / bespielten und unbelichteten / unbespielten Aufnahmematerials bis hin zur transportfähigen Verpackung und Übergabe an die Produktionsfirma
2.2.     Regelmäßiger Vergleich des Materialstandes mit dem Tagesbericht
2.3.     Ein- und Auslegen des Aufnahmematerials
2.4.     Bei szenischen elektronischen Produktionen Verkabelung der Monitore
2.5.     Regelmäßiges Laden der Akkus und Pflege der gesamten Kameraausrüstung
2.6.     Führung der Negativ-/Tonberichte (Optikbuch, etc.)
2.7.     Klappe schlagen (Clapperloader)
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3.    
Nachbearbeitung:
3.1.     Vollständigkeitskontrolle, Säuberung und Rücklieferung der Kameraausrüstung
3.2.     Materialabrechnung

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Colorist

Vorbemerkung
Coloristen/Grader/Timer (Lichtbestimmer/in) sind die wesentlichen Mitarbeiter der Kameramänner und –frauen in der Postproduktion. Coloristen unterstützen den DoP in der letzten Phase des photographisch-gestalterischen Prozesses.
Berufliche Grundlagen:
Der Colorist/in verfügt über fundierte Kenntnisse aller fotochemischen und fotoelektronischen Prozesse, die für die Filmbearbeitung relevant sind und ist mit den Grundlagen der Lichtsetzung, Filterung und Belichtung vertraut. Er besitzt fundierte Kenntnisse über die technischen Verfahren der analogen und digitalen Bildbearbeitung und Signalverarbeitung. Der Colorist/in besitzt umfassende Kenntnisse über die branchenüblichen Geräte und ihre spezifischen Möglichkeiten und Grenzen.

Aufgaben und Tätigkeiten:
•      Kommunikation mit dem DoP vom Vorgespräch bis zur Abnahme
•      Produktionsbetreuung in der Musterphase
•      Vermeidung und Beseitigung von Signalartefakten
•      Einhaltung der Verfahrensparameter für die Filmausbelichtung
•      Verantwortliche Einhaltung technischer Sendenormen
•      Kreative Ausschöpfung technischer Möglichkeiten in Abstimmung mit dem DoP
•      Intensivierung der Bildaussage

Der Colorist/in setzt den Bildcharakter, den der DoP vorgibt, auf der Basis seiner Erfahrung mit den dafür geeigneten technischen Möglichkeiten um. Der Colorist/in ist in der Lage, sich in die Atmosphäre des Films, um sein gedankliches und emotionales Umfeld und in die Intentionen von Kamera und Regie hineinzuversetzen.
 

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Digital Image Technician DIT
 
 (Definition lt BVK)
 Vorbemerkung
Die fortschreitende Digitalisierung einzelner aber auch des gesamten Prozesses in der Bildaufnahme bzw. Bildverarbeitung und die damit einhergehenden Veränderungen der Produktionsmittel bzw. -formen, haben einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Arbeit des Kameraperson. Gleichzeitig steigt der Druck auf alle Gewerke immer schneller und effizienter zu produzieren. Digitale Produktionsverfahren benötigen häufig einen zusätzlichen, entsprechend spezialisierten Mitarbeiter/in der Kameraabteilung, der/die neue zusätzliche Aufgaben übernimmt und das Team berät. Er/sie kann ggf. auch schon am Drehort eine vorläufige technische Qualitätskontrolle der Aufnahmen vornehmen. Er/sie ersetzt nicht die technische Endkontrolle des Bildmaterials in der Postproduktion, kann jedoch in hohem Maße zur Produktionssicherheit beitragen. Ziel ist es, die bestmögliche technische Qualität bei der digitalen Filmaufnahme zu gewährleisten.

Der DIT ist ein eigenständiger, spezialisierter Techniker/in und Berater/in der Kameraabteilung. Er/ sie unterstützt die Kamera-Crew in ihrer technisch-kreativen Arbeit mit der elektronischen Kamera. Er/sie arbeitet sowohl in der Vorbereitung als auch während der Drehzeit und kann als Bindeglied zwischen der Nachbearbeitung und dem Drehort fungieren.

Berufliche Grundlagen und Voraussetzungen

Eine anerkannte berufliche Ausbildung gibt es in Österreich bisher nicht. Ein DIT verfügt über

• Kenntnisse über die Abläufe der Film- & Fernsehproduktion, sowie deren evtl. unterschiedlichen Produktions- bzw. Postproduktionstechniken
• umfassende Kenntnisse über die branchenüblichen Kameras, Speichermedien und ihre spezifischen Möglichkeiten und Grenzen
• Grundlagen der Lichtsetzung, Optik & Filterkunde, der Farbenlehre und der technischen und kreativen Belichtung
• fundierte Kenntnisse der Video- bzw. Digitaltechnik der praxisbezogenen Messtechnik wie z.B. Waveform-Monitor, Vektorskop, Histogramm
• gute Kenntnisse im Umgang mit Computern und deren Peripherie, z.B. um eine Einschätzung der Datensicherheit unterschiedlicher Speichermedien zur Bildaufnahme oder um kameraspezifische Justagen vornehmen zu können
• Grundlagen der technischen Möglichkeiten und Arbeitsabläufe in der Nachbearbeitung, z.B. der Farbkorrektur oder der Ausbelichtung auf Film 

Aufgaben und Tätigkeiten:

Vorbereitung:
• Beratung des D.O.P. beider Auswahl des Produktionssystems.
• Planung des Arbeitsprozesses (Workflow)
• Test des visuellenKonzeptes des DOPs bezüglich seiner Durchführbarkeit in der Produktion und mit der Postproduktion
• Intensive Tests und Vorbereitungen der Technik in Zusammenarbeit mit den Kameraassistenten und der Postproduktion
• ggf. notwendige Kalibrierungen / Look Management der Technik
• ggf. Abstimmen von Datenstrukturen/Datenmanagement in Absprache mit der Postproduktion
• Zusammenstellen und Auswahl der Geräte mit den Kameraassistenten
• Ausführen und ggf. Korrigieren der Einstellungen an den Geräten, technische Funktionskontrolle, z.B. Abgleich (Matchen) bei der Mehrkameraproduktion
In Absprache mit dem ersten Assistenten Disposition und Organisation von Equipment

Drehzeit:
• Der DIT unterstützt den DOP in der Umsetzung des von ihm gewünschten Bildcharakters mit den dafür geeigneten technischen Möglichkeiten
• Erste technische Kontrolle am Drehort (digitaler "Fusselcheck")
• Verantwortung für die Einhaltung der technischen Arbeitsabläufe bei der Bildaufnahme und Speicherung,z.B. bei der Belichtung in kritischen Motiven oder bei der Arbeit mit Chromakey (Blue/Green-Screen)
• Datenmanagement am Set/Kontrolle in Stichproben, ggf. Datensicherung
• Bedienung von speziellen Geräten, z.B. Rekordern, Signalkonvertern
• enge Zusammenarbeit mitden Kameraassistenten z.B. bei der Schärfen-Kontrolle und Belichtung sowie den anderen Gewerken (z.B. Ton)
• Beheben kleinerer technischer Defekte, sofern am Set möglich
• Um-/Aufbau von Technik (Video-Village, Messtechnik, Monitoring, Aufzeichnung) zusammen mit den Assistenten/Video Operator
• Veränderung der Aufnahmeparameter zur Optimierung der gewünschten Bildcharakteristik

Nachbearbeitung/Nachbereitung:
• ggf. technisch/visuelle Kontrolle des Bildmaterials im Postproduktionshaus mit den dafür notwendigen Geräten
• falls gewünscht, Vorbereitungen für die Mustererstellung bzw. Generierung von Arbeitskopien o.ä. in Absprache mit der Postproduktion
• Materiallogistik z.B. zur Übergabe der Aufnahmen an die Postproduktion, Übergabe an Datensicherung, Überspielung etc.
• Geräterückgabe in Zusammenarbeit mit den Kameraassistenten