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Verband Oesterreichischer Kameraleute

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Ein Artikel unseres Kollegen Thomas Ilg

 

Unternehmenswerbung mit Image- oder Produktfilmen ist eine wesentliche Einnahmequelle für zahlreiche Filmemacher und Kameraleute (und damit sind natürlich auch alle Filmemacherinnen und Kamerafrauen gemeint! Ich erlaube mir diesen Text der einfacheren Lesbarkeit halber in der männlichen Form zu halten). Aber häufig findet man sich im Preiskampf mit Anbietern (jung, dynamisch, gerade eine 4K DSLR gekauft…) , die einen Unternehmensfilm zu sagenhaft günstigen Preisen anbieten. Preisen die keiner normalen kaufmännischen Rechnung standhalten. Dem Auftraggeber kommt das gelegen – gerne nimmt er das günstigere Angebot. Denn „so viel schlechter kann das ja nicht sein!“.

Und er hat recht! – schließlich ist es ja auch in FullHD oder 4K. Es bewegt sich, ist bunt und auf Youtube kann es auch hochgeladen werden.

Ich möchte eine kleine Argumentationshilfe geben warum es dennoch nicht unbedingt das beste Angebot sein muss:

Sobald ein Unternehmen nach außen kommuniziert betreibt es Werbung. Egal mit welchem Medium: Jede Kommunikation muss dem Wert-Bild des Unternehmens oder der Marke entsprechen – so wie sich das Unternehmen nach außen präsentieren will. Ein BILLIGES Video stört dieses Außenbild. Es stört die Wahrnehmung einer Marke.

Dabei geht es bei BILLIG nicht um den Preis. Es geht auch nicht um irgendwelche technischen Spezifikationen. Es geht rein um die subjektive Wahrnehmung beim Seher – seinem Bauchgefühl: Ist das gut oder ist das schlecht. Ist das billig oder ist das wertig – der Marke entsprechend?

Nun kann der Auftraggeber natürlich mit jedem Recht einwerfen: „Meine Zuseher=Kunden sind ja keine Filmexperten. Da ist das ja nicht so genau!“

FALSCH!

Jeder Zuseher und jede Zuseherin ist ein Filmexperte! Wir haben es gelernt! Ohne auch nur eine einzige Schulstunde damit verbracht zu haben: Seit seiner Kindheit hat jeder über Fernsehen, Kino und Internet GERLERNT wie gute Filme heute aussehen. Wie Dramaturgie und Spannung aufgebaut wird. Entspricht das Gesehene nicht der Seherfahrung, Stuft das Bauchgefühl es als BILLIG ein – und mit dem Video die präsentierte Marke oder das beworbene Unternehmen. Und das Baugefühl ist ein gnadenloser Kritiker.

Was benötigt man aber um die Seherfahrung richtig zu bedienen. Da helfen keine Megabits, 4K oder Oktocopter. Es benötigt ganz einfach Erfahrung wie mit dem Medium umzugehen ist.

  • Wo kann im Budget gespart werden und trotzdem eine wertige Wahrnehmung erzielt werden?
  • Wie kann aus einer Aussage das filmische Maximum herausgeholt werden?
  • Wie wird die Marke mit dem Film zum emotionalen Erlebnis?

Diese Erfahrung KANN ein junger „ich mach das Video zum Spezialpreis“ Videograf nicht mitbringen! Woher soll er sie nehmen? Natürlich gibt es große Talente, aber der Auftraggeber ist dann auf Glück angewiesen.

Der Auftraggeber sollte sich also sehr gut überlegen ob er seine Marke oder sein Unternehmen einem Video anvertraut, dass einfach nur BILLIG ist oder ober er lieber auf Erfahrung setzt und damit ein Ergebnis erhält das seinen PREIS WERT ist.

Einladung zur Verleihung des Staatspreises Wirtschaftsfilm 2015 für alle Interessierte: Informationen sowie den Link zur Anmeldung hier
Bei Fragen steht Mag. Ursula Tuczka gerne zur Verfügung.
Österreichisches Filmservice
Tel.:   +43 (1) 5055337-20
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ein wunderbares Seminar wurde vom AAC mit Karl M. Slavik am 8.April 2015 veranstaltet.

 

Das voll ausgebuchte Seminar brachte uns in die Tiefen der Codecs, Sensoren und Bildverarbeitungen und hat viele "Unschärfen" und "Halbwissen" behandelt, die in unseren heutigen Workflows vorhanden sind.

Allein schon die Antwort auf die Frage: "Wieviele Codec-Familiengibt es?" brachte Verblüffung.

 Schnittstellen, Codecs, Kabel, Containerformate, alles wurde intensivst durchleuchtet. Synchronität, Zukunfts-Aussichten und der intensive Austausch von den Teilnehmern und dem umfassenden Wissen von Karl M. Slavik waren Treibfaktor des Tages.

Einzigartige Einblicke in die Technologie von gestern, heute und morgen wurden uns geboten.

 

Herzliche Gratulation an Michael Bindlechner und Manfred Neuwirth zum Diagonalepreis für die beste Bildgestaltung Spielfilm und Dokumentarfilm 2015 des AAC!

In die Auswahl für die beste Bildgestaltung kamen alle abendfüllenden österreichischen Spiel- und Dokumentarfilme der Diagonale 2015.

 

Der Diagonalepreis Beste Bildgestaltung Spielfilm (€ 3.000,–
gestiftet von der VDFS — Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden)ging an 
Michael Bindlechner für SUPERWELT

 

Begründung der Jury:
‚Mit Gott oder gegen Gott oder auch ohne Gott‘. Der Kameramann Michael Bindlechner verknüpft visuell überzeugend die Innenwelt der Protagonist/innen und ihrer engen Lebenswelt mit der Naturerfahrung und dem allwissenden göttlichen Auge.

 

Jury 2015
Birgit Hutter
(Kostümbildnerin, AT)
Barbara Schweizerhof (Filmkritikerin, epd Film, DE)
Herbert Schwering (Produzent, COIN Film, DE)

 

Der Diagonalepreis Beste Bildgestaltung Dokumentarfilm (€ 3.000,–
gestiftet von der VDFS — Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden) ging an Manfred Neuwirth für Aus einem nahen Land

 

Begründung der Jury:
Die dokumentarische Kamera des ausgezeichneten Films unterliegt einer Automatisierung. Festgelegt auf einem slider fährt sie ungerührt hin und her und stellt einen Ausschnitt der Welt in ihren vordefinierten Bildkader. Weinbergsarbeit, Flaschenabfüllung, das Nachfüllen einer Vitrine in einem Heurigen verschieben in slow motion unseren Blick auf die Heimat und den Heimatfilm. Den Preis für die beste Kamera möchte die Jury für ein filmisches Konzept vergeben und komplementär zum Sound Design verstanden wissen.

 

Jury 2015
Joost Daamen
(Programmer, IDFA, NL)
Ivette Löcker (Filmemacherin, AT)
Simon Rothöhler (Redaktion Cargo, Inst. f. Theaterwissenschaft, DE)

 

Herzliche Gratulation an die beiden Preisträger!

 

CINEMATOGRAPHY IN PROGRESS

– IMAGO EDUCATION COMMITTEE –

Brüssel/Louvain-la-Neuve – 27.-28. NOVEMBER 2014

Bericht: Gabriella Reisinger für AAC und Filmakademie Wien, Dez. 2014

            Bei Fragen bitte einfach Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!                                                

„Wie beeinflussen die verschiedenen neuen Technologien den Arbeitsalltag von Kameraleuten sowie die Ausbildung der Kamera-Studierenden?

Diese zentrale Frage stand am Anfang der ersten internationalen Konferenz „CINEMATOGRAPHY IN PROGRESS“ von 27. bis 28. November 2014 in Brüssel.

Veranstaltet vom Belgischen Kameraverband SBC, der IMAGO und der IAD, einer der Belgischen Filmschulen, die im kleinen Universitätsstädtchen Louvain-la-Neuve diese Round Table-Gespräche und Workshops organisiert hat.

Kameraleute, Kamera-Unterrichtende und Fachleute aus allen relevanten Bereichen kamen aus ganz Europa sowie Singapur, Australien und Neuseeland für diese zwei Tage nach Belgien, um sich auf einem sehr professionellen wie wertschätzenden Niveau auszutauschen. 

Am ersten Tag fanden in Louvain-la-Neuve fünf von Experten moderierte Workshops in Kleingruppen statt, von denen 2 ausgewählt und besucht werden konnten. Auch Studierende wurden teilweise dazu gebeten um deren Erfahrung miteinfließen zu lassen.

Trotz der manchmal unterschiedlichen Meinung und Haltung konnte am 2. Tag nach einer Sitzung und offenen Diskussion mit allen Beteiligten im Kino der Cinemathek in Brüssel ein gemeinsames Statement zu den fünf erarbeiteten Bereichen erzielt werden.

Zu Beginn jedes Workshops wurden folgende 2 Fragen erörtert und dann in der Kleingruppe mit dem jeweiligen Themenschwerpunkt diskutiert.

Filmbeispiele illustrierten in einigen Workshops den Ausbildungsweg.

  • Über welche konkreten Fähigkeiten sollen Kamera-Studierende verfügen, wenn sie eine Filmschule abgeschlossen haben?
  • Speziell im Hinblick auf den aktuellen Workshop: Welche neue Methoden haben Sie bereits in Ihren Unterricht integriert?

      (Theorie, praktische Übungen, Hardware, Software)

  1. Camera Technology Workshop
  • Künstlerische Ausbildung auf einer Basis von technischem Know-How
  • Analoge u. digitale Ausbildung parallel so lange es noch Kopierwerke gibt
  • DSLRs sind kein taugliches Unterrichtsmittel (nur ergänzend)
  1. Digital Sensitometry and Workflow Workshop
  • Am Beginn des Projekts ganz gezielt auf das Zielmedium (Kino, Internet etc.) hinarbeiten und bereits im Vorfeld einen Workflow erarbeiten
  • DOPs sollen den ganzen Workflow verantwortlich überwachen
  • In den ersten beiden Ausbildungsjahren auf Rec709 limitiert arbeiten, danach die Basics von DaVinci Resolve und S-Log-Kurven vermitteln
  1. Color Correction and Grading Workshop
  • DaVinci scheint State-of-the-Art-Werkzeug zu sein und soll unterrichtet werden
  • Kompetenz und Erfahrung zwischen DOP und Colorist teilen, voneinander lernen
  • Voraussetzung dafür: den Workflow kennen, Bescheid wissen über Bildaufbau und Montage
  1. Cinematography for VFX Workshop
  • Zusammenarbeit bereits am Beginn des Projekts wichtig für die Heads of Department
  • Je nach Ausstattung der Filmschule sollte zumindest Green-Screen-Arbeit unterrichtet werden
  • Workshops mit externen Experten abhalten (Motion Control, Motion Capture etc.)
  1. From Monitoring to Cinematography Workshop
  • Monitore sind nur Werkzeuge; aber auch „social places“ (Video Village)
  • Monitor richtig einstellen wichtig, damit die Bild-Beurteilung einigermaßen verlässlich möglich ist
  • In der Vorbereitung zum Testen sind qualitative Monitore nötig
  • Waveform, False Color und Histogramm als Belichtungsreferenz
  • Reihenfolge: Auge – Belichtungsmesser (3-dimensional) – Monitor
  • Problem: Monitor bis zu 7 Blenden, Kameras bis zu 14 Blenden
  • Bilder und insbesondere den Schnitt auf der großen Leinwand regelmäßig beurteilen!
  • „Educating the Eye“ – das Schauen lernen, dem Auge vertrauen, das Auge schulen
  • Auf den künstlerischen Aspekt der Bildgestaltung Bezug nehmen (Filmgeschichte, Kunstgeschichte), Techniken ändern sich laufend, sind nur „Werkzeuge“
  • „Leadership“ – DOPs sollen und müssen über alle Stationen des digitalen Workflows Kontrolle haben; Verantwortung in der Zusammenarbeit mit Spezialisten und Spezialistinnen (Coloristen, VFX-Leute etc.) bis zum fertigen Bild auf der Leinwand.

Unabhängig von den Ergebnissen der einzelnen Workshops konnte schnell Einigkeit in den folgenden Punkten der Kamera-Ausbildung erzielt werden:

Abschließend wurde betont, dass dieser Dialog unbedingt fortgesetzt werden sollte – eventuell im 2-Jahres-Rhythmus.

cinematography reisinger

Foto: IAD, IMAGO,  Abschluss-Erklärung in der Cinemathek in Brüssel am 28.11.2014

Teilnehmende Filmschulen

Austria - Universität für Musik und darstellende Kunst

Belgium - IAD

Belgium - INSAS

Belgium - INRACI

Belgium - MDA-FAC

Denmark - Den Danske Filmskole

Denmark - Europa Film College

Finlande - ELO

France - FEMIS

France - 3IS

Northern Ireland - University of Ulster

Letonia - Latvian Academy of Culture

New Zeland - Unitec

Portugal - LUSOFONA University

Romania - National University of Theatre and Film

Romania - Bucharest Film School

Singapour - NTU - ADM

Turquie - Okan Üniversitesi Tuzla Kampüsü

UK - London Film School

UK - Farnham Film School

UK – AUB