IMAGO Annual General Assembly 11.-13.3. 2026 in Wien – Internationaler Austausch und starke Impulse für die Kameraleute
Von 11.-13. März 2026 war der aac Host der IMAGO Annual General Assembly (IAGA) und begrüßte 65 internationale Kameraleute, Delegierte verschiedener Kameraverbände aus 37 Ländern, um sich über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Zukunftsfragen unseres Berufs auszutauschen.
Der offizielle Start der IAGA erfolgte am Mittwoch 11.3. mit der Eröffnung durch Astrid Heubrandtner und IMAGO President Mustapha Barat.
Bereits zu Beginn der Versammlung setzte der aac ein besonderes Zeichen: Cristina Busch und Paul René Roestad FNF wurden mit der Ehrenmitgliedschaft des aac ausgezeichnet – eine Würdigung der beiden Mitglieder des IMAGO Working Condition Committees für ihr herausragendes Engagements für bessere Arbeitsbedingungen.
Nach der Besprechung der ersten internen Tagespunkte der IAGA fand die aac Masterclass „The Quiet Power of the Lens – Weapon or Witness?“mit Wolfgang Thaler, aac moderiert von Volker Gläser aac statt. Ein besonderer Höhepunkt, der sich mit der ethischen Verantwortung im dokumentarischen Arbeiten auseinandersetzte. Die Diskussion zeigte eindrucksvoll, wie sehr sich die Rolle der Kamera zwischen Beobachtung, Interpretation und Einfluss bewegt, und wie wichtig der Respekt gegenüber den Protagonisten und wie groß dabei die Verantwortung der Kameraleute ist.
Danach lud die Vienna Film Commission die internationalen Gäste zu einer Sightseeing-Tour durch Wien und anschließendem Besuch bei einem traditionellen Heurigen ein. Vor allem der kurzweilige humorvolle Vortrag gekoppelt mit Unmengen an interessanter Informationen, die die großartigen Stadtführerin dabei weitergab, hinterließ bei den Kameraleuten einen bleibenden Eindruck.
Am zweiten Konferenztag präsentierte Kurt Brazda aac gemeinsam mit Cristina Busch die Ergebnisse der internationalen Studie „Behind the Lens“ über die Arbeitsbedingungen und diskutierte im Anschluß die weiteren sich daraus ergebenen Pläne und Strategien des IMAGO Working Condition Committees.
Danach stand der restliche Tag ganz im Zeichen von Praxis und technologischer Entwicklung mit Präsentationen und Masterclasses von SONY (mit Markus Kanter aac im Gespräch mit Will Newman), ARRI (mit Florian „Utzi“ Martin) und Godox.
Der Höhepunkt der IAGA war die 50 Jahre Geburtstagsparty des aac im Wiener Gartenbaukino. Der festliche Empfang, die offizielle Eröffnung, der kurzweilige Festakt und das anschließende Fest ermöglichte ein Wiedersehen mit alten Bekannten sowie KollegInnen, FreundInnen der Branche.
Ein Bericht über das Fest 50 Jahre aac findest du hier ->
alle Fotos vom 50 Jahre aac Fest (copyright Bettina Frenzel und Andreas Schiffleitner) hier ->
Am Freitag, dem Abschlusstag der IAGA, richtete sich der Focus auf die KI: Die Masterclass „Who Owns Vision? – Human vs. Machine“ widmete sich der Frage nach Autorschaft im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und die Wichtigkeit der Sicherung der Rechte der Bildurheber. Die Diskussion der Delegierten mit den Vortragenden Dr. Cristina Busch und Dr. Harald Karl machte deutlich, dass technologische Entwicklungen neue Möglichkeiten eröffnen, gleichzeitig aber auch grundlegende Fragen zur kreativen Kontrolle und Verantwortung aufwerfen. Es wurde ein Überblick über die verschiedenen Strategien gegeben, international laufenden Gerichtsverfahren erörtert, und eine mögliche Vergütung der Rechteinhaber erklärt.
Im Rahmen der IAGA Vienna wurde daraus ein offizielles IMAGO Statement zur KI verfasst:
In diesem IMAGO Statement on Artificial Intelligence, Cinematographic Authorship, and Creative Responsibility
Adopted at the General Assembly of IMAGO (IAGA), Vienna, March 2026 bekräftigt IMAGO die Rolle von Kameraleuten als kreative Mitautor:innen audiovisueller Werke und erkennt zugleich die Chancen von KI für die Branche an. Entscheidend sei jedoch, dass technologische Entwicklungen bestehende Urheberrechte respektieren.
Im Zentrum steht die klare Haltung: Bildgestaltung basiert auf menschlicher Kreativität und künstlerischer Entscheidung – KI bleibt ein Werkzeug. Gefordert werden Transparenz beim Einsatz von Trainingsdaten, rechtmäßige Nutzung geschützter Inhalte sowie faire Vergütung. Politik und Branche werden aufgerufen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die kreative Autorschaft langfristig sichern.
Hier das Statement ungekürzt ->
Nach weiteren Präsentationen und Tätigkeitberichten der einzelnen Arbeitgruppen von IMAGO (Technical- Authorship-, Education-, Restoration-, und Inclusion & Diversity- Committees) endete die IAGA am Freitagnachmittag und setzte nicht nur fachliche, sondern auch kulturpolitische Akzente – insbesondere im Spannungsfeld zwischen technologischer Innovation und künstlerischer Verantwortung.
Die IAGA 2026 in Wien zeigt einmal mehr, wie wichtig der persönliche Austausch innerhalb der internationalen Kameraleute-Community ist – gerade in einer Zeit tiefgreifender technischer und gesellschaftlicher Veränderungen. Drei intensive Tage in Wien brachten Kameraleute aus aller Welt zum Austausch über Praxis, Technik und Zukunftsthemen in einer entspannten freundlichen, kollegialen und inspirierenden Atmosphäre zusammen.
Zusammengefasst: „IAGA in Vienna – the best IAGA ever!“ meinte Roger Simonsz BSC
alle Fotos IMAGO Generalversammlung Vienna 2026 (copyright Bettina Frenzel) findest du hier ->
